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Dr. Stefan Seiler

 

Besonders Begabte mit einem IQ >130 sind selten (vgl. Basiswissen/Psychologisch/Modelle) und zeichnen sich in aller Regel durch Exzellenz in allen kognitiven Bereichen aus. Darüber hinaus gibt es Begabte, die nur in Teilbereichen hochbegabt sind. Fähigkeiten, die bei diesen Personen in aller Regel in besonderer Weise vorhanden sind:

 

 

Sie  haben ein besonders leistungsstarkes Gehirn in allen Teilbereichen. Aufgrund ihrer besonders geschärften Wahrnehmungsfähigkeit nehmen sie ungünstige Entwicklungsbedingungen, erlebte Ungerechtigkeiten oder Fehlverhalten von Bezugspersonen besonders intensiv wahr und hinterfragen diese. So lässt sich vielleicht erklären, warum besonderen Begabungen eine Art Katalysatorwirkung zukommt in Hinblick auf psychische Probleme und Auffälligkeiten:

 

 

Wie auch bei normal Begabten ist der Schweregrad einer psychischen Störung immer vor dem Hintergrund der Ausprägung von Krankheitssymptomen einerseits und der Ausprägung von Ressourcen andererseits zu bewerten. Bei besonders Begabten können personelle Ressourcen besonders gut ausgeprägt sein, die problematischen Aspekte sind es aber unter Umständen ebenfalls.

Hinzu kommt, dass besonders Begabte sich von der frühen Kindheit an oftmals als „anders“ im Vergleich zu ihrer Peegruppe wahrnehmen. Sie bringen daher eine gewisse Anfälligkeit mit für soziale Ausgrenzung, Fremdheits- und damit einhergehende Einsamkeitsgefühle. Insofern leiden sie oftmals unter einem Mangel an einer der wichtigsten personalen Ressourcen: soziale Bindung und Nähe, die (auch) über die Identifikation mit anderen hergestellt wird.